„Je weiter man geht, desto weniger versteht man”
In frühen Jahren hat er seine Stimme verloren – seine sympathische Ausstrahlung und sein Humor sind ihm allerdings erhalten geblieben. Philosophie lebt in der Seele, nicht in der Stimme. Und so wandelt der alte chinesische Mann in den Straßen Europas umher und öffnet seine Augen ganz weit, um jedes Detail seiner Umgebung zu erhaschen. Während seine Frau ununterbrochen Monologe über das schlechte Europa führt, schreibt er seine Erkenntnisse und Weisheiten nieder: „Englische Züge respektieren die Zeit der Menschen nicht.”
Mit leichtem Schmunzeln und einem bedrückenden Gefühl in der Brust begleitet der Zuschauer den alten Mann ohne Stimme bei der wahrscheinlich letzten Reise seines Lebens. Es ist nicht nur eine Reise der Fotos und Unterschiede, es ist eine philosophische Reise in das Innere eines Menschen, in das Leiden eines Menschen und in das Genießen eines Menschen, der seinen Tod vor Augen hat.
Der Dokumentarfilm We went to Wonderland von Guo Xiaolu, der Tochter der Hauptdarsteller, gibt einem das eigene Körpergefühl wieder und öffnet die Augen für die Kleinigkeiten des Lebens.
Tags: China, Filmpalette
Der Beitrag wurde am Sonntag, den 27. April 2008 um 19:00 Uhr veröffentlicht und wurde unter Filmrezensionen abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.