Eine Zusammenarbeit von Studierenden der
Fachhochschule Köln und der Technischen Universität Dortmund
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Improvisieren in der Einsprechkabine

Frau Hamida DeverallNicht nur beim Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund|Köln, auch bei anderen internationalen Filmfestivals wie in Cannes, Venedig oder Berlin spielen die ÜbersetzerInnen eine große Rolle. Sie arbeiten bis spät in die Nacht, übersetzen Gespräche sowie alle Arten von Filmen, machen die Synchronationsarbeit oder  redigieren Texte. Beim Frauenfilmfestival ist Hamida Deverall für die Übersetzungen verantwortlich. Sie ist ausgebildete Fremdsprachlehrerin und arbeitet seit zehn Jahren als Synchronsprecherin und Übersetzerin im Festivalteam. Hamida lebt seit 15 Jahren in Dortmund. Das Interview führte Hassane M. Boukar.

Wie sind Sie zu diesem Beruf gekommen?
Ich bin ausgebildete Fremsprachenlehrerin und habe in England, in York (dies haben wir berichtigt; wir danken Hamida für die Korrektur; s. Kommentar), studiert. Vorher war ich Auslandkorrespondentin und hatte alle möglichen Jobs. Als Synchronsprecherin und Übersetzerin bin ich eigentlich Quereinsteigerin.

Was sind Ihre Aufgaben beim Festival?
Meine Aufgaben sind Filmübersetzen Deutsch-Englisch, Englisch-Deutsch und die Koordination der Dolmetscherinnen für anderen Sprachen, die beim Festival gebraucht werden.

Haben Sie eine spezifische Ausbildung für diese Tätigkeiten?
Eine spezifische Ausbildung als solches habe ich nicht. Allerdings habe ich für viele große Unternehmen gearbeitet und wurde so eingearbeitet ins Dolmetschen. Natürlich ist man als Fremdsprachenlehrerin, wenn man im Ausland studiert hat, zweisprachig. USA und England, jeweils vier Jahre – das ist meine ,Ausbildung‘.

Machen Sie auch dokumentarische Recherchen, wenn Sie Filme übersetzen?
Natürlich muss ich auch manchmal dokumentarische Recherchen für Übersetzungen machen. Es gibt viele Filme, in denen Gedichte oder Songtexte und ähnliches vorkommen. Politische Artikel kommen besonders oft in Dokumentarfilmen vor. Ja, da muss ich kräftig recherchieren.

Welche Probleme treten bei Ihrer Arbeit auf?
Problem treten auf, wenn wir für einen Film das Filmskrip erhalten oder die Dialogliste zu dem Film und dann feststellen müssen, dass im Nachhinein einiges rausgeschnitten oder anders verfilmt wurde – oder es hat sonst irgendwelche Veränderungen gegeben. Wenn wir dann diese Texte erhalten und sitzen in der Einsprechkabine, dann stimmen Text und Bild nicht mehr überein. Dann ist ganz schnelles Reagieren und Improvisieren gefragt.

Was mögen Sie an Ihrem Beruf?
Das ist ein sehr stressiger Beruf, der sehr sehr viel Spass macht. Ich hoffe, dass ich ihn noch lang ausüben kann.

Was sind die besonderen Herausforderungen für Sie als Übersetzerin?
Mir fällt eigentlich das nicht so schwer, weil ich beide Sprachen in mir habe. Wenn man in einem Land gelebt hat, dann empfindet man die Sprache nicht mehr als Fremdsprache.

Haben Sie ein Hobby?
Ich tanze gerne. Tanzen und Musik. So entspanne ich mich.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Wunderbar, mit meiner Familie. Ich habe zwei Töchter und wenn ich kann, dann gehe ich tanzen – und natürlich ins Kino.

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Der Beitrag wurde am Sonntag, den 26. April 2009 um 22:00 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein, Interviews abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

Eine Reaktion zu “Improvisieren in der Einsprechkabine”

  1. Hamida

    Korrektur: Ich habe in York (England) studiert und nicht in New York.

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