Eine Zusammenarbeit von Studierenden der
Fachhochschule Köln und der Technischen Universität Dortmund
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Was bleibt…

domicil2Gestern um 19:00 Uhr ging mit der Preisverleihung im Kino Neue Schauburg eine Woche voller Filme zu Ende. Bis zu diesem End- und Höhepunkt des Internationalen Frauenfilmfestivals bot das Programm jeden Tag bis in die Nächte hinein eine vielstimmige, abwechslungsreiche Zusammenstellung weiblichen Filmschaffens. Paola Paoli, Jurymitglied des Spielfilmwettbewerbs, sagte über die Wettbewerbsbeiträge, es seien Filme gewesen, die ein Publikum suchen, die kommunizieren wollen.

Für mich, als Teil des Publikums, stellt sich nun Anschluss die Frage, wie man aus dem Dialog, aus der Kommunikation mit den gezeigten weiblichen Perspektiven, in den Alltag zurückkehrt. Wie lassen sich die Erfahrungen der letzten, sehr intensiven Tage in den Alltag übersetzen? Was bleibt?

Ich nehme sehr eindringliche Erfahrungen mit. Ich nehme die Filme als Erweiterungen der eigenen Perspektiven in mein Leben und in die alltägliche Medienrezeption mit. Bei aller Nostalgie freue ich mich auf die Dialoge, die sich inhaltlich wie formal in Auseinandersetzung mit dem Leben außerhalb des Festivals ergeben.

Die gewonnenen Perspektiven ermöglichen für viele Situationen andere und neue Blicke auf die Phänomene des Alltags. Die Filme des Festivals werden für mich in einen Dialog mit anderen medialen Texten treten, in anderen Kontexten aufscheinen. Mit mir und den anderen Zuschauern und Zuschauerinnen werden sie auf diese Weise aus dem Rahmen des Festivalprogramms heraustreten.

Ich nehme sie mit in den Freundeskreis, aber auch zu meinem Serienmittwoch und den Topmodels und bin sehr gespannt, was sie einander und mir persönlich (noch) zu sagen haben (werden) … Das bleibt.

Wer noch ein letztes Mal die ganz besondere Luft des IFFFs einatmen will, kann heute um 20:15 Uhr in der Schauburg den Preisträgerfilm des Regiewettbewerbs Alle Anderen von Maren Ade sehen.

Tim Christmann

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Der Beitrag wurde am Montag, den 27. April 2009 um 13:53 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

6 Reaktionen zu “Was bleibt…”

  1. Petra Werner

    Was bleibt? Zum Beispiel Bilder.
    Bilder, die ich gesehen habe, wie eine Großaufnahme des Gesichts der Protagonistin von “Frozen River”, die tatsächlich überhaupt nicht aussah wie Julia Roberts (hatte Betty ja schon angekündigt), sondern viel lebendiger und schöner.
    Oder Bilder, die ich gar nicht gesehen habe, weil ich die Filme verpasst habe, wie das von Wendy, die, nachdem sie für ein paar Stunden von der Polizei festgesetzt worden war, feststellen muss, dass ihr Hund Lucy nicht mehr da ist, wo sie ihn angebunden hat.
    Oder die Bilder aus Annas Fotobox neben der Infotheke im Domicil, die ein ergreifend buntes und begeistertes Publikum zeigen (einige sind auf der IFFF-Homepage zu sehen).
    Was für mich bleibt, ist auch ein Satz, der direkt am Eröffnungsabend fiel, als eine der anwesenden Filmfrauen den Fokus FREIHEIT kommentierte: “We should not take it for granted!” Ich hoffe, das ich das nicht so schnell wieder vergesse.

  2. Silke J. Räbiger

    “Was bleibt…”
    Es gab … zu wenig Ruhe, um im Kinosaal zu sitzen und Filme zu sehen. Mein Blick ging eher in die andere Richtung – von der Leinwand weg, hin zu den ZuschauerInnen, die sich in die Kinosessel kuscheln und erwartungsvoll auf die Filme warten.

    Für mich bleiben die Begegnungen mit unseren Gästen. Dieser immer wieder faszinierende Austausch von Ideen; die neuen Anregungen, das Lernen, was man besser oder vielleicht nur anders machen kann. Das gemeinsame Nachdenken, wohin sich das Festival entwickeln könnte. Die Freude darüber, dass das Festival echte Fans hat, denen wir immer wieder begegnen, und dass ganz fremde Menschen es kennenlernen und bereichert nach Hause fahren und – was einfach gut tut – mit Lob nicht sparen. Da kann ich auch nur sagen:“We should not take it for granted!”

  3. Betty

    Am Donnerstag Abend musste ich mehrmals zwischen den verschiedenen Kinos hin und her eilen. Von Fu Qiongs Portrait über Dortmund (mit Zuschauern, die sich gefreut haben mal ihre Stadt auf der Leinwand zu sehen) zu einer schrillen Probe der Musiker rund um Jim Campbell im domicil. Dann bin ich hängen geblieben bei den experimentellen Musikvideos mit diesen riesigen abstrakten bewegten Bildern, fast eine Meditation an diesem schönen Ort.
    Ein paar Minuten später traf ich wieder in der Schauburg ein, wo ich die letzten Minuten des Gesprächs mit Franziska Petri mitbekam, um kurz danach mit begeisterten StudentInnen noch mal die trashigen Clips der riot girrrl anzuschauen. Und da dachte ich mir: Wir präsentieren wirklich ein vielfältiges Programm!!! Und das hat mir gefallen.
    Dann habe ich mit den Mädels der festivalnews und ein paar anderen auf dem Bürgersteig vor dem domicil was getrunken, und wir haben den aktuellen Festival-Tratsch ausgetauscht… war schön.

  4. Anne

    Was bleibt? Franziska Petri? Ich sah sie heute mittag noch am Dortmunder Bahnhof!!!
    Silke betonte in der Abschluss-PK, dass die Stärke kleinerer Festivals das sorgfältig kuratierte Programm ist. Davon konnte ich mich dieses Jahr mehr als sonst überzeugen. Schon immer waren für mich viele Dokfilme besondere Entdeckungen auf dem Festival. Das war beim Fokus wieder so. Überraschende, manchmal skurrile Aspekte von Freiheit/Unfreiheit, wie der Film über Adelsfrauen. Aber auch Filme über Themen, die man gut zu kennen scheint, waren eine Entdeckung. The color of olives war eine echte Zumutung. Man wollte unbedingt mit am israelischen Zaun rütteln oder den stoisch wartenden Vater schütteln … Unerträglich auch die Statements der (Mit)täter in Verriegelte Zeit. Diese passive, unpersönliche Sprache, dieses Geschwalle. Es trieb mir noch mal die Schamesröte ins Gesicht, wie lange ich die DDR verteidigt hatte.
    Jedesmal zweifele ich vor dem Festival wieder, ob die Festivalnews wohl noch mal so gut werden wie im Vorjahr. Und jedesmal werde ich positiv überrascht, wie auch diesmal wieder. Ich freue mich auf das wirkliche 10jährige Jubiläum 2011!

  5. Jonatan

    Sehr interessantes Thema:) Was bleibt? Meine Meinung klingt so ähnlich wie diese von Petra Werner…Die Fotos bleiben.Die Fotos bleiben für immer…Sie könnten Freude zeigen, oder auch Traurigkeit…Die Fotos sind die farbliche Erinnerung.Danke:)

  6. Robinson

    Ich denke nicht nur das Fotos bleiben. Es bleibt immer eine Erinnerung übrig und diese ist, ob schön ob schlecht immer das wichtigste. Ich finde Bilder können Jahre später auch viele Dinge verzerren. So erinnert sich heute jeder anhand von Bildern nur an die Momente von denen es auch Bilder gibt. Bei Momenten wo keine Bilder vorhanden sind, hat man meist noch schönere Erinnerungen. Mein Fazit die Erinnerung bleibt auf ewig. Bilder nur für immer :)

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