Eine Zusammenarbeit von Studierenden der
Fachhochschule Köln und der Technischen Universität Dortmund
bild
 
 
« A Wall is a Screen: Mehr vom Stadtrundgang Was bleibt… »

Die Geschichte des Popcorns

PopcornEs knackt, knuspert, knistert und die Frage ist nicht ob, sondern eher wie viel: Kino und Popcorn gehören untrennbar zusammen. Ob Jumbotüte oder Kinderportion – nichts sonst ist ähnlich beliebt an den Snack-Theken deutscher Kinos. Eiskonfekt und Nachos werden deutlich auf die Plätze zwei und drei verwiesen. 
Während jedoch die erste Kinovorführung erst 1894 stattfand, ist das Popcorn wesentlich älter.

Die ältesten, bei Ausgrabungen gefundenen, Puffmaiskörner sind über 5600 Jahre alt. Diese wurden jedoch nicht nur gegessen: Die Medizinmänner der Azteken warfen sie ins Feuer, um die Zukunft daraus zu lesen. Flugrichtung und Form des Popcorns waren dafür entscheidend.
Puffmais aus über 1000 Jahre alten Gräbern in Peru war dort so gut konserviert worden, dass er auch nach so langer Zeit beim Erhitzen noch aufpoppte. In gekochtem oder rohem Zustand ist Puffmais wenig schmackhaft. Die Vermutung liegt also nah, dass er auch zu dieser Zeit schon als Popcorn genossen wurde.
Sicher überliefert ist, dass Kolumbus, als er 1492 Amerika entdeckte, dort bereits Popcorn vorfand. Die Ureinwohner des Kontinents aßen es und benutzten die aufgeplatzten Körner als Schmuck. Und obwohl bereits Kolumbus das Popcorn probierte und für gut befand, musste sein Siegeszug noch viele Generationen lang warten: Erst als ein Indianerhäuptling es zu Thanksgiving an britische Siedler verschenkte, gewann es zunehmend an Bedeutung und Verbreitung.

Seine große Beliebtheit in den Kinos ließ den Verbrauch weltweit nochmals ansteigen. Als jedoch das Fernsehen die Haushalte eroberte, ging auch der Popcornverbrauch rapide zurück. Mit Erfindung der Microwelle kann man Popcorn jedoch inzwischen auch ohne Probleme auf dem heimischen Sofa genießen.

Nicht jede Maissorte eignet sich zur Popcorn-Herstellung. Das Geheimnis liegt in diesem Fall nicht in der Soße, sondern in der Schale: Nur die dünne, aber extrem harte Schale des Puffmaises ermöglicht das Aufpoppen unter Hitzezufuhr. Auch der Stärkegehalt und die Ausdehnung von Wasser spielen eine wichtige Rolle. Bei etwa 200° kann die Hülle des Maiskorns dem Druck des enthaltenen Wassers nicht mehr standhalten, platzt auf, kühlt ab und erstarrt augenblicklich.

In verschiedenen Ländern werden verschiedene Geschmacksrichtungen bevorzugt: In Deutschland wird Popcorn meist süß verzehrt, in den USA und Südamerika dagegen jedoch oft gebuttert und gesalzen. Dort sind auch Popcornketten noch weit verbreitet: als Schmuck am Weihnachtsbaum.
Grundsätzlich ist Popcorn sogar gesund: Es enthält viele Ballaststoffe, unterstützt die Verdauung und enthält Vitamin B1, B2 und Kalium. Es ist glutenfrei und kalorienarm. Damit ist es nach der meist großzügigen Zugabe von Zucker, Fett oder Salz jedoch vorbei.

Und mag man sich auch über steigende Preise an den Popcorn-Theken ärgern, Richard B. McKenzie, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der University of California, hält die aktuellen Preise für gerechtfertigt. Er hat ein Buch über diese Frage geschrieben: „Why Popcorn Costs So Much at the Movies“. Und seine Rechnung geht auf: Mögen auch die Herstellungskosten des Snacks recht niedrig sein, so müssen jedoch auch die Opportunitätskosten mitberechnet werden. Soll heißen: Berechnet man den Stress, die Zeit und die Nerven, die es kostet, seinen Mais zu Hause zu rösten und in den Vorführsaal zu schmuggeln, kommt man mit 4,40 € noch günstig weg. Und das romantische Teilen einer gemeinsamen Popcorntüte bei ansprechender filmischer Untermalung im dunklen Kino bleibt sowieso unbezahlbar!

Der Beitrag wurde am Montag, den 27. April 2009 um 09:20 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

6 Reaktionen zu “Die Geschichte des Popcorns”

  1. Nicole Krieg

    Neben den regulären Geschmacksrichtungen wie süß & salzig gibt es auch etlich andere Popcorn-Variantionen.. . Die für mich wohl freakigste Variante ist wohl das Chile Lime Tequila Popcorn..

    Da stellt sich doch die Frage, ob man hierbei “Prost Popcorn” oder “Cheers Popcornica!” sagt und sich mit Popcorn zuprostet.

    Da blieben wir doch wohl lieber bei “Have a nice meal” und knabbern schön weiter an dem entweder süßen oder salzigem, aber dennoch immer knusprigen “einmal-angefangen-nie-wieder-aufhören-können”-Genuss. :)

  2. Max

    Sehr interessante Geschichte! Ich mag schon Popcorn und natürlich Kino;)Ich kann mir eigentlich das Kino ohne Popcorn gar nicht vorstellen…:)

  3. Akina Sakontora

    Und seit wann gibt es Popcorn im Kino??

  4. Hans

    Zum Glück schmeckt man dem Popcorn im Kino sein Alter nicht an :-)

  5. Mutterwitze

    Popcorn ist etwas sehr geiles, besonders im Kino… lecker

  6. Jake

    Kino ohne Popcorn - das geht ja mal gar nicht… Ausserdem sollten wir doch bei den ursprünglichen Geschmacksrichtungen bleiben…

Einen Kommentar schreiben