Eine Zusammenarbeit von Studierenden der
Fachhochschule Köln und der Technischen Universität Dortmund
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Die schöne Einsamkeit des Schneidens

dominique-fortin-blogEs war ein „coup de foudre“, als Dominique Fortin vor 30 Jahren zum ersten Mal ein Schnittstudio betrat. Ganz besonders gefiel ihr von Anfang an die Einsamkeit beim Schneiden. Fortin arbeitet zwar eng mit den RegisseurInnen der Filme zusammen und bei sehr aufwendigen Produktionen, wie der von „James Bond: Der Morgen stirbt nie“, ist sie sogar häufig beim Dreh dabei. Bei der eigentlichen Arbeit im Studio aber ist sie dann  in ihrer ganz eigenen Welt - allein mit den noch unzusammenhängenden Filmausschnitten. „Cutter sind das erste Publikum eines Films“, beschreibt Fortin ihre Arbeit. Dementsprechend nervös sind dann auch die FilmemacherInnen, die nach Abschluss des Drehs zu ihr kommen: „Erst beim Schnitt merkt man, welche Qualität das Material hat und ob die Bilder zusammengesetzt Emotionen wecken. Ohne diese gibt es keinen guten Film.“ Maman est chez le coiffeur, der Eröffnungsfilm dieses Festivals, ist Fortins aktuellstes Werk. Mit der Regisseurin Léa Pool arbeitet sie schon viele Jahre und sehr gerne zusammen. Für diesen Film musste sich erneut komplett in die Vision der Regisseurin einfühlen: „Léas Filme handeln häufig von Kindheit und dem Verlassen werden“, erklärt Fortin. „Die Gefühle werden allein über die Bilder und die Musik transportiert und nicht durch Spezialeffekte.“ Das Schneiden von Action-Filmen ist eine ganz andere Erfahrung – die sie aber ebenso liebt.

Fortin freut sich schon sehr auf die Festivalwoche und auf das Entdecken Dortmunds, das sich im strahlenden Sonnenschein von seiner besten Seite zeigt. So wie es sich gehört, war das Erste, was Dominique Fortin bei ihrer Ankunft am Düsseldorfer Flughafen erblickte, ein großes Frauenfilmfestivalplakat. Nachdem sie beim Chauffeur erfragt hatte, was „Fokus Freiheit“ bedeutet, verbrachte sie die Autofahrt nach Dortmund damit, über das Festivalthema nachzudenken. Vorbildhaft! Da musste ich sie zum Abschluss unseres Gesprächs direkt mit der nächsten Denkaufgabe beauftragen: Im Laufe der Woche wird noch ein passender Musiktitel zum Thema Freiheit von Dominique Fortin beigesteuert. Wir rechnen fest damit!
Nathalie Gallert

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Der Beitrag wurde am Mittwoch, den 22. April 2009 um 11:23 Uhr veröffentlicht und wurde unter Inside Festival, Interviews abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

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