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Preisgekrönte Regisseurinnen – Bigelow ist nicht die Einzige

image_toolkitphpAm 7. März 2010 gelang Kathryn Bigelow die Sensation: Ihr Film „Tödliches Kommando – The Hurt Locker “ räumte in Los Angeles sechs Oscars ab. Zu diesen Auszeichnungen zählt auch der Oscar für die beste Regie.  Damit ist Bigelow die erste Regisseurin, die diesen Preis gewinnt. In 82 Jahren hat es nur eine Frau geschafft, den Regie-Oscar zu gewinnen.  Ein Blick auf die Nominierungslisten früherer Jahre bestätigt, dass es Filmemacherinnen in Hollywood nur selten bis ganz nach oben schaffen: Von den mehr als 400 Regisseuren, die je für den Regie-Oscar nominiert wurden, sind es nur vier Frauen.

1976 wurde Lina Wertmüller mit dem Film „Seven Beauties“ als erste Regisseurin für einen Oscar nominiert. Sie ging leer aus. Erst 1993 war wieder eine Frau für den Regie-Preis im Rennen: Jane Campion für ihren Film „The Piano”. Auch ihr blieb der Oscar vorenthalten und der Preis ging erneut an einen Mann. Zehn Jahre später wurde die italienische Regisseurin Sofia Coppola für „Lost in Translation“  für den Preis nominiert. 2010 wurde zum vierten Mal in der Geschichte der Academy Awards eine Frau für den Regie-Preis nominiert, und schließlich gewann sie den Preis!

Ist die Regie-Welt nur bei den Oscars so männerdominiert? Wie sieht es  bei anderen Filmpreisen aus? Die Berlinale hat sich zu einem der weltweit bedeutendsten Filmfestivals entwickelt. Doch auch nach 60 Jahren sind es hauptsachlich von Männern gemachte Filme, die den heißbegehrten silbernen Bären für die beste Regie erhalten. 60 Jahre Berlinale und nur eine einzige Regisseurin, die jemals den Regie-Preis gewann: die Dänin Astrid Henning-Jensen mit ihrem Film „Winterkinder“ (1979). Doch an Regisseurinnen, die ihre Filme vorstellen, mangelt es bei der Berlinale nicht. 2008 war rund ein Drittel der vorgestellten Filme von Frauen gemacht. Zwei davon wurden sogar für den Regie-Preis nominiert. Doch seit 1979 wartet man vergebens auf eine Frau, die es wie die Dänin Henning-Jensen schafft.

Auch beim Filmfestival in Cannes werden Regisseurinnen von ihren männlichen Kollegen in den Schatten gestellt. Der ‚Prix de la mise en scène‘ – der Preis für die beste Regie – ging bis heute ausschließlich an Männer. Nur eine Frau hat es seit Gründung des Festivals im Jahre 1946 überhaupt auf die Nominierungsliste geschafft: Die Russin Yuliya Solntseva wurde 1961 für ihren Film „Chronicle of Flaming Years” nominiert. Stattdessen erhielt  Jane Campion 1993 die Goldene Palme für den Film „The Piano“. Damit ist sie die einzige Regisseurin, deren Film jemals die höchste Auszeichnung beim Filmfestival in Cannes bekommen hat.

Campion erklärte der britischen Zeitung „The Times“, warum es Frauen in dieser Branche so schwer haben: „Viele Frauen sind einfach nicht taff genug, um erfolgreiche Regisseurinnen zu werden. Sie schrecken vor den alten Herren der Filmstudios zurück und lassen sich von Kritik zu schnell angreifen.“

Dass es viele gute Regisseurinnen gibt, zeigen Filmfestivals wie das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund|Köln. Hier werden alle Filme von Frauen produziert und nur hier kann man  sicher sein, dass der Regie-Preis an eine Frau geht.

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Der Beitrag wurde am Sonntag, den 4. April 2010 um 00:00 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen.

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