Ein Projekt von Studierenden des Studiengangs
Online-Redakteur der Fachhochschule Köln
bild
 
 
« Miss Platnum - “Queen of Balkan-R’n'B” Kölner Kinolandschaft »

Frauen hinter die Kamera

fslogo4c_mit_schriftDas Internationale Frauenfilmfestival ist mittlerweile eine feste Institution in NRW. Genauso wie die Filmstiftung NRW. Zum Festivalstart ein Grund für uns, näher unter die Lupe zu nehmen, ob es Filme gibt, in denen Frauen führende Positionen am Dreh einnehmen. Sprich: als Regisseurin, Drehbuch-Autorin oder gar als Kamerafrau. Eine Bestandsaufnahme.

Die Filmstiftung NRW wurde 1991 gegründet und hat als Filmförderungsanstalt bisher beeindruckende Filmprojekte unterstützt. „Dancer in the Dark“ von Lars von Trier, „Die fabelhafte Welt der Amélie“ oder „Lola rennt“, um nur einige wenige Projekte zu nennen, die erfolgreich waren. Interessant bei der Filmförderung ist der sogenannte NRW-Effekt, der besagt, dass für jeden Euro Förderungsgeld 1,50 Euro in NRW ausgegeben werden muss. Schade, dass es so einen Effekt nicht für Frauen in federführenden Positionen gibt.
Doch bei genauerem Hinsehen gibt es durchaus diverse Projekte mit Frauenpower in den verantwortungsvollen Positionen. Kamerafrauen sind jedoch sehr rar: Bei den aktuellen Filmprojekten ist keine Kamera mit einer Frau dahinter besetzt. Dafür sind aber ein paar Regisseurinnen dabei, die ihr Können unter Beweis stellen.

Da ist zum Beispiel der Film „Lourdes“ von Jessica Hausner, der bereits Anfang April in den Kino startete. Jessica Hausner ist Österreicherin, und neben der Regie hat sie für ihre Filme auch jeweils die Drehbücher geschrieben. „Lourdes“ ist bereits der sechste Film der 37-Jährigen. Sie konnte für „Lourdes“ auch schon Preise einheimsen. Dann wäre noch Anne Linsels Dokumentarfilm „Tanzträume - Jugendliche tanzen Kontakthof von Pina Bausch“ zu erwähnen. Anne Linsel ist gebürtige Wuppertalerin und hauptberuflich arbeitet sie seit 1984 als Kulturjournalistin für Presse und TV. „Tanzträume“ ist ihr erster Film, und sie macht sich sehr gut als Regisseurin.
„Die Fremde“ von Feo Aladag ist ebenfalls ein Regie-Debüt. Die österreichische Schauspielerin Feo Aladag hat das Drehbuch geschrieben, Regie geführt und war auch als Produzentin tätig. Die 38-Jährige engagiert sich außerdem auch für die Kampagne “Gewalt gegen Frauen” von Amnesty International und diese Arbeit hat sie zu diesem Film, bei dem es um den Ehrenmord einer jungen Türkin geht, inspiriert.
Erfahrener dagegen ist Nana Djordjadze. Sie ist bereits seit vier Jahrzehnten als Regisseurin und Drehbuch-Autorin tätig. Ihr aktueller Film ist das Liebesdrama „The Rainbowmaker“, ein modernes Märchen. Die Georgierin ist seit fast 20 Jahren in Berlin sesshaft und arbeitet von dort aus.

Demnächst anlaufen werden die beiden Dokumentarfilme „Auf der sicheren Seite“ und „Die Konkurrenten – Russlands Wunderkinder 2“. Beide Filme sind mit Regisseurinnen besetzt.

Corinna Wichmann führt gemeinsam mit Lukas Schmid Regie bei der Doku „Auf der sicheren Seite“ über sogenannte Gated Communities – geschlossene Wohnanlagen beispielsweise von Wohlhabenden, die so ihr Bedürfnis nach Sicherheit und Gemeinschaft stillen wollen. Corinna Wichmann hat in Bielefeld und an der KHM hier in Köln studiert und ist neben Filmemacherin auch Kamerafrau, Fotografin, Autorin und Gründerin des Dokumentarfilm-Frauen-Netzwerkes Köln LaDOC, die auch hier auf dem IFFF zum internationalem Brunch laden.

Irene Langemann hat sich in ihrer Dokumentation „Die Konkurrenten – Russlands Wunderkinder 2“ wieder den vier begabten Musikern gewidmet, die sie bereits vor knapp 10 Jahren in ihrem ersten Teil der Dokumentation „Russlands Wunderkinder“ begleitet hat. Irene Langemann ist gebürtige Russin und lebt seit fast 20 Jahren in Deutschland und ist hier seit über zehn Jahren als Filmemacherin tätig.

Zu den Projekten, die zur Zeit in NRW ihren Drehtermin haben, gehört noch „See der Träume“. Eine Dokumentarfilm-Projekt von Ulrike Franke und Michael Loeken. Die beiden haben bereits gemeinsam mit ihrer Produktionsfirma den prämierten Dokumentarfilm „Losers and Winners“ veröffentlicht. Ulrike Franke ist neben Regisseurin und Produzentin auch noch Autorin und arbeitete vorher schon bei diversen TV- und Kinofilmen mit.

Im Großen und Ganzen lässt sich zweifelsohne sagen, dass die Filmstiftung NRW sowohl Debütantinnen wie auch erfahrenen Filmemacherinnen die Chance gibt, ihre Filmprojekte zu verwirklichen. Es sind zwar immer noch mehr Männer, die in den verantwortlichen Positionen vertreten sind, doch sollte es in dem Jahr, in dem endlich eine Frau den Oscar für die beste Regie erhalten hat, auch in Nordrhein-Westfalen einen weiblichen Aufschwung geben.

Tags: ,

Der Beitrag wurde am Dienstag, den 13. April 2010 um 15:53 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein, Kooperationen, Outside Festival abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen.

Einen Kommentar schreiben