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“Kimjongilia” - Ein Dokumentarfilm über Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea

kimjongiliaSeit Jahrzehnten herrscht die Kim-Dynastie in Nordkorea über ein armes und hungerndes Volk. Die Nordkoreaner erhalten keinen freien Zugang zu Informationen, sondern werden mit Propagandavideos geblendet. Der „liebe Führer“ Kim Jong Il droht der Welt mit der Atombombe und billigt Folter und öffentliche Erschießungen. Aus Nordkorea dringen nur wenige Informationen nach außen. In der hervorragenden Dokumentation „Kimjongilia“ erzählen Nordkoreanische Flüchtlinge von ihren tragischen und erschütternden Erlebnissen.

Der Regisseurin N.C. Heikin ist mit ihrer ersten Dokumentation „Kimjongilia“ ein beeindruckender und aufrüttelnder Film gelungen. Der Filmtitel ist zugleich der Name einer Blume, die anlässlich des 46. Geburtstags des Diktators Kim Jong Il gezüchtet wurde. Sie symbolisiert Weisheit, Liebe, Gerechtigkeit und Frieden. Allerdings werden diese Werte nur in den kitschigen Propagandafilmen im Staatsfernsehen gepriesen. In Wirklichkeit werden tausende Nordkoreaner in Arbeitslagern und Konzentrationslagern gefangen gehalten.

N.C. Heikin gibt den unterdrückten Frauen und Männern Nordkoreas eine Stimme und lässt sie von ihren Erlebnissen in Nordkorea und ihrer Flucht nach Südkorea, die bei einigen auch über China führte, berichten.

Es sind Geschichten wie die von Kang Chol-hwan, der als Neunjähriger mit seiner Familie in ein Lager deportiert worden ist, weil sein Großvater dem nordkoreanischen Regime kritisch gegenüberstand oder von Shin Dong-hynk, der in einem Konzentrationslager geboren wurde und erst nach mehr als 20 Jahren die Freiheit kennenlernte.

Byeon Ok-soon erkrankte während der großen Hungersnot an Typhus und fiel ins Koma. Ihr Bruder trug sie über die Grenze nach China, wo sie später erwachte. Als ihr Bruder erneut die Grenze überquerte, um seinen Eltern Nahrung nach Nordkorea zu bringen, wurde er vom Militär gefasst und öffentlich hingerichtet. Byeon Ok-soon macht sich heute noch Vorwürfe.

Mrs. Kim wurde zusammen mit ihren Eltern, ihrem Ehemann und ihren vier Kindern in ein Lager gebracht und gefoltert. Nur sie selbst und ein einziger Sohn überlebten. Doch der liegt noch immer im Koma. Kim Cheol-woong ist ein Pianist, der aus seiner Heimat flüchtete, weil ihm verboten war, die Musik zu spielen, die ihn berührte. Der Diktator duldet weder Schriften noch Musik aus dem kapitalistischen Ausland.

N.C. Heikin hat noch weitere Flüchtlinge in Südkorea besucht, die dem Zuschauer mittels ihrer Erzählungen einen Einblick in das von der Welt abgeschottete Land geben, das sich zwar Demokratische Volksrepublik Korea nennt, jedoch weit entfernt ist von einer freiheitlichen Demokratie, die die Menschenrechte wahrt.

Der Dokumentarfilm beschränkt sich nicht auf den Zusammenschnitt der Protagonisten, die über ihr Leben unter dem totalitären Regime in Nordkorea erzählen, sondern zeigt darüber hinaus Szenen aus Propagandafilmen und erklärt in einfachen, aber umso wirkungsvolleren Animationen die Geschichte Nordkoreas. Ausdruckstarke Tanzszenen, die das Leid der Menschen visualisieren, sind ein anderes wiederkehrendes filmisches Mittel, das dem Zuschauer Gelegenheit gibt, über die schier unfassbaren Erzählungen nachzudenken.

„Kimjongilia“ ist ein eindrücklicher und wichtiger Film, den man gesehen haben sollte!

„Kimjongilia“ am Samstag, 17. April 2010 / 13.00 Uhr / Filmpalette Köln

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Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 15. April 2010 um 15:26 Uhr veröffentlicht und wurde unter Filmrezensionen, Inside Festival abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen.

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