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Am Samstag steigt die lange Nacht der kurzen Filme

Architekturbüro ScharrenhauserEin in Rage geratener Architekt, schwangere Teenager und verwirrende Illusionen gibt es am Samstag bei der Langen Kurzfilmnacht zu sehen. Dort zeigt das Internationale Frauenfilmfestival siebzehn Kurzfilme aus der ganzen Welt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Seien Sie dabei, wenn spannende Dokumentationen, lustig-ironische Geschichten und wahnwitzige Animationen ab 21.30 Uhr über die Leinwand des Filmforums flimmern.

Was alles schief gehen kann, wenn ein Architekt und seine technische Zeichnerin einen Film über ihr Unternehmen drehen wollen, zeigt uns der Kurzfilm “Architekturbüro Scharrenhauser” (Bild oben) der deutschen Regisseurin Claire Walka. In rund sechs Minuten Outtake-Szenen dokumentiert die Regisseurin, wie der kahlköpfige Architekt und seine biedere Angestellte an dem Versuch scheitern, sich selbst vor der Kamera darzustellen, und in unkontrollierte Emotionen ausbrechen.

BirthGenauso gefühlsgeladen, jedoch ein wenig ernster ist die Situation für die 17-Jährige Protagonistin des Kurzfilms “Birth” (Bild rechts) von der amerikanischen Regisseurin und Animationskünstlerin Signe Baumane. Als die Teenagerin erfährt, dass sie schwanger ist, wird sie nervös und sucht kurzerhand Rat bei älteren Frauen. Diese wiederum klagen dem Mädchen ihr Leid und führen ihr vor Augen, was sie während und nach der Schwangerschaft erwartet. Von Cellulite an den Beinen über den Hänge-Busen bis hin zu der großen Aufgabe, einen “Elefanten” aus sich rauszupressen, werden sämtliche Klischees aufgegriffen und herrlich verzerrt dargestellt.

Die Überzeugungskraft animierter Filme demonstriert ebenfalls der 6-minütige Kurzstreifen “Fences” (Bild unten) der niederländischen Regisseurin José Vonk, in dem sie das von John Murray entdeckte “fence phenomenon” aufgreift. Unterschiedlich farbige Gitter und Räder werden in hektischen, kurzen Bildern übereinander eingeblendet und erzeugen so eine optische Täuschung mit Bewegungen, die nie stattgefunden haben.

FencesGute Ideen und der Hang zum Experimentellen müssen wohl die Kernkriterien gewesen sein, nach denen das Internationale Filmfestival die siebzehn Kurzfilme der Langen Kurzfilmnacht ausgewählt hat. Denn wenn die Filme eines gemeinsam haben, ist es neben ihrer kurzen Spieldauer vor allem ihre Ausgefallenheit. Am Samstag ab 21.30 Uhr können Zuschauer im Filmforum lachen, nachdenken, aufschrecken und staunen, wenn aus der großen Zahl an Einsendungen eine Auswahl an aktuellen internationalen Produktionen auf die Leinwand gebracht wird. Ein besonderes Highlight: Zu Beginn der Langen Kurzfilmnacht wird die Comic-Künstlerin Ariel Schrag aus New York einen Teil aus ihrer Graphic Novel Potential als audiovisuelle Performance präsentieren. Karten gibt es hier zu kaufen!

Das Programm der langen Kurzfilmnacht auf einen Blick:

Potential: Comic-Lesung mit Ariel Schrag (USA); in Englisch

First Time I Exhibited My Art in the BH National Gallery
Sabrina Begović, BH 2008, 3’

Birth
Signe Baumane, USA/I 2009, 12’

Idyll
Astrid Busch, D 2009, 3’

Fone Fur Follies
Vivian Ostrovsky, F 2008, 8’

Mama Superfreak
Bea de Visser, NL 2009, 13’

Linie
Johanna Reich, D 2008, 2’

Die Selbstheilung meines Fahrrads
Dagie Brundert, D 2008, 4’

That’s What’s Fishy
Janina Arendt, A 2008, 6’

I’m in Away From Here
Catriona MacInnes, GB 2008, 22’

Architekturbüro Scharrenhauser
Claire Walka, Fabian Daub, D 2009, 6’

Memotech
Marianne Mørkøre; Rannvá Káradóttir, DK, 6’

Hänschen Klein
Corinna Schnitt, D 2009, 7’

Get up, Jucy Lordan
Dagie Brundert, D 2008, 4’

Myth Labs
Martha Colburn, NL 2008, 8’

5 Recuerdos
Oriana Alcaine, MEX 2009, 12’

Earth of Delightful Gardening
Francien van Everdingen, NL 2009, 6’

Fences
José Vonk, NL 2009, 6’

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 16. April 2010 um 13:23 Uhr veröffentlicht und wurde unter Inside Festival abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen.

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