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1A Wohlfühlzone beim Werkstattgespräch Bildgestaltung

werkstattgespraechIm Odeon trafen heute zwei hochkarätige Kamerafrauen aufeinander: Christina A. Maier und Sophie Maintigneux luden im Zuge des Internationalen Frauenfilmfestival Köln|Dortmund Interessierte und Festivalteilnehmer zum Werkstattgespräch Bildgestaltung. Im gut gefüllten Kinosaal führte Maintigneux als Moderatorin durch das Gespräch mit Maier und befragte diese zu ihrer Arbeit bei einer Reihe ausgewählter Filme wie Nordrand, Esmas Geheimnis und Na Putu.

1A Wohlfühlzone

Maier und Maintigneux, die sich schon seit rund zehn Jahren kennen und die ein freundschaftliches Verhältnis miteinander verbindet, treffen nicht zum ersten Mal beim Frauenfilmfestival Köln|Dortmund aufeinander. Sie beide saßen schon beim Femme-Totale-Kamerapreis 2003 zusammen in der Jury.
Die Freundschaft zwischen den beiden erfolgreichen Kamerafrauen ist beim Gespräch allgegenwärtig. Maintigneux, die mit ihrem französischen Akzent charmant durch das Gespräch führt, wünscht den Zuschauern eine „1A Wohlfühlzone“. Dieser Slogan hat sie nämlich schon morgens beim Zigaretten kaufen an der Tankstelle begeistert.

maierIm Laufe des Gesprächs werden immer wieder Ausschnitte aus Filmen gezeigt, bei denen Christine A. Maier als Kamerafrau gearbeitet hat. Der erste Film ist Nordrand, der 1999 gedreht und auf internationalen Filmfestspielen mehrfach ausgezeichnet wurde. Maintigneux stellt detaillierte Fragen zu Kameraeinstellungen, der Vorgehensweise, ob mit Steady-Cam, Dolly oder einer Handkamera gedreht wurde und warum. Doch nie verstricken sich die beiden in zu komplizierte Fachsimpeleien. Die Zuschauerinnen und Zuschauer lauschen interessiert und haben stets die Möglichkeit zu Zwischenfragen, viele schreiben mit, möchten von dem Wissen der beiden profitieren.
Neben mir sitzt Tatjana Turansky, die mit ihrem Film “Eine flexible Frau” im Debüt-Spielfilmwettbewerb teilnimmt. Sie ist zum Werkstattgespräch gekommen, um zu lernen: „Ich weiß noch, bei Nordrand war ich völlig beeindruckt von der Art der Inszenierung, und zwar sowohl der schauspielerischen als auch der visuellen Inszenierung.“

Das Gespräch zwischen Maintigneux und Maier dreht sich nun um Na Putu, dem neusten Film von Jasmila Žbanic. Maintigneux geht ins Detail, hinterfragt bestimmte Kameraeinstellungen – zum Beispiel, warum bei einer Autoszene die Kamera von innen filmt, und in einer anderen Szene von außen durch das Autofenster hindurch. Christine A. Maier steht Rede und Antwort, erzählt von ihren Erfahrungen mit den Wahhabiten vor Ort, von den Drehorten in Bosnien und den Helikoptern, die einmal täglich vorbeikamen, um nachzuprüfen, ob das Filmteam keine terroristische Gesinnung hat.

Ich – als Außenstehende, ohne nennenswertes Wissen über Kameras und Filmdrehs – habe längst gemerkt: Die beiden Frauen sind wahre Profis in dem was sie tun. Ihr Augenmerk verliert sich weder in Details noch werden diese vernachlässigt.
Selbst ich als Laiin sehe die Filme nun anders, habe verstanden, welche Intentionen dahinter stecken können.

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Der Beitrag wurde am Samstag, den 17. April 2010 um 20:22 Uhr veröffentlicht und wurde unter Inside Festival abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen.

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