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Bisher nur drauflos gefilmt – Theorie und Praxis beim Girls’ Focus

Girls FocusBeim Girls’ Focus dreht sich in diesem Jahr alles um Theorie und Praxis des Dokumentarfilms. Zum 5. Mal bietet das IFFF Dortmund|Köln den Workshop an, bei dem sechzehn Teilnehmerinnen aus Deutschland und dem Balkan dabei sind. Bei einem ersten Kennenlernen am Freitagabend konnten die Mädchen zu Beginn eigene Filme präsentieren. Unter Leitung der Regisseurin und Adolf-Grimme-Preisträgerin Claudia Richarz findet heute ein Praxisworkshop statt – wir haben für euch reingeschnuppert.

Zwischen 16 und 20 Jahre sind die Teilnehmerinnen des diesjährigen Girls’ Focus. In der Internationalen Filmschule Köln (ifs) sitzen sie im Kreis, in der Mitte steht ein Fernseher und daneben die Regisseurin Claudia Richarz, die Leiterin des Workshops. Es wird Englisch gesprochen, denn drei der Teilnehmerinnen kommen aus Mostar in Bosnien-Herzegowina und sprechen deshalb kein Deutsch.

Langsam geht die Regisseurin Szene für Szene eines ihrer eigenen Dokumentarfilme durch und bespricht mit den Teilnehmerinnen die einzelnen Kamera-Einstellungen. Heute steht das Experimentieren mit unterschiedlichen Facetten der Dokumentarfilmpraxis auf dem Programm des Workshops. “Noch gehen wir die Theorie durch, aber gleich sollen die Mädchen mit den Kameras üben”, erzählt Claudia Richarz, die unter anderem den Adolf-Grimme-Preis für ihre Dokumentationsfilmreihe “Abnehmen in Essen” erhalten hat. “Dann wird es ein bestimmtes Thema geben, das die Mädchen in Gruppen erarbeiten sollen. Ich weiß aber noch nicht, wie sie das Thema aufnehmen werden. Es soll um den ersten Sex gehen!”

“Wir sind hier, weil wir uns inspirieren lassen und etwas übers Filmen lernen wollen”

Equipment beim Girls' FocusAm Ende des Workshops wird kein fertiger Film stehen, vielmehr sollen die Teilnehmerinnen einen Einblick in das Filmen von Dokumentationen erhalten. Viele der Mädchen befinden sich noch in ihrer beruflichen Orientierungsphase, nur manche von ihnen machen bereits eine Film-Ausbildung oder haben ein Studium begonnen. „Mich interessiert einfach alles, was mit Filmen zu tun hat”, erzählt eine deutsche Teilnehmerin, die derzeit die Realschule besucht. “Ich weiß halt schon, was ich werden will, und dann ist es schon mal interessant, in verschiedene Bereiche reinzugucken. Bisher habe ich schon in zwei Filmprojekten mitgespielt, aber hinter der Kamera habe ich bisher noch nicht gestanden.“

Auch für eine Teilnehmerin aus Bosnien ist der Workshop eine neue Erfahrung. “Wir sind hier, weil wir uns inspirieren lassen und etwas übers Filmen lernen wollen”, erzählt sie. “Bisher haben wir so etwas noch nicht professionell gemacht. Es war eher so, dass wir eine Kamera hatten und einfach drauflos gefilmt haben.” Vor allem der internationale Austausch scheint den Teilnehmerinnen zu gefallen. Obwohl sie sich nicht in ihrer Muttersprache austauschen können, fühlt sich niemand daran gehindert, eigene Erfahrungen einzubringen und Kritik offen zu äußern – auch wenn es Kritik an den preisgekrönten Bildern von Claudia Richarz ist.

Der Girls’ Focus wird jedes Jahr abwechselnd in Dortmund und Köln für Mädchen ab 16 Jahren angeboten. Es handelt sich um eine Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung und der ifs Internationale Filmschule Köln.

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Der Beitrag wurde am Samstag, den 17. April 2010 um 14:14 Uhr veröffentlicht und wurde unter Inside Festival abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen.

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