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Les signes vitaux – Vital Signs

ifff2010_vital-signs“Vital Signs” ist das Spielfilm-Debüt der kanadischen Filmemacherin Sophie Deraspe. Der im Debüt-Spielfilmwettbewerb laufende Film erzählt in beklemmenden Bildern die Geschichte der jungen Simone (Marie- Hélène Bellavance), die sich nach dem Tod ihrer Großmutter als ehrenamtliche Mitarbeiterin in dem Hospiz einbringt, in dem ihre Großmutter zuvor verstorben ist. Simone begibt sich auf eine Reise in eine Welt voller Hoffnung und Leid, die intensiven Erfahrungen ziehen sie immer stärker in ihren Bann.

Bei der Deutschland-Premiere von “Vital Signs” am zweiten Tag des Festivals war die Regisseurin anwesend und diskutierte im Anschluss der Vorführung ausgiebig mit der Pressesprecherin des IFFF, Stefanie Görtz, und dem Publikum.

Sensibler Blick fürs Detail

“Vitals Signs” stimmt nachdenklich. Sophie Deraspe entführt den Zuschauer in zuweilen brutal realistisch anmutenden Bildern in die Welt eines kanadischen Hospizes. Simone, eine junge Studentin auf Heimurlaub,  glaubt hier nach dem Tod der Großmutter ihre Bestimmung gefunden zu haben, indem sie sich ehrenamtlich in den Hospiz-Alltag einbringt.
Immer tiefer dringt sie in die fragile Welt auf der Schwelle zum Tod ein. Sie tröstet, nimmt Anteil an Leid und Trauer, will (Todes-)Engel spielen und verliert sich schließlich selbst.

Sophie Deraspe, die bei “Vital Signs” auch hinter der Kamera saß, hat ihre Wurzeln im Dokumentarfilm und nutzt ihren fürs Detail geschulten Blick in “Vital Signs” bravourös aus. Die Einstellungen wirken nicht inszeniert, sondern derart real, dass sie im Anschluss an die Filmvorführung vom Publikum gefragt wurde, wie es ihr denn gelungen sei, in einem echten Hospiz und zudem mit echten Patienten zu drehen.


“Ein Film über das Leben”

Mit der Hauptdarstellerin Marie-Hélène Bellavance konnte Deraspe die Rolle der Simone glaubhaft besetzen. Die gehandicapte Bellavance (sie trägt Beinprothesen) steht in  Vital Signs erstmals vor der Kamera und wurde von Deraspe behutsam auf die Rolle vorbereitet. Bei den Hospizbewohnern handelt es sich ausnahmslos um Schauspieler.
Deraspe möchte Vital Signs trotz der Thematik nicht als Film über das Sterben verstanden wissen, wie sie dem Publikum mitteilte, im Gegenteil, für sie sei Vital Signs vielmehr ein Film über das Leben und das Hospiz durchaus auch ein Ort der Freude.

Hören Sie die Diskussion mit Sophie Deraspe:

Die Preisverleihung findet am  18.04. ab 19 Uhr im Filmforum NRW im Museum Ludwig, Bischofsgartenstr. 1, statt.

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Der Beitrag wurde am Samstag, den 17. April 2010 um 09:57 Uhr veröffentlicht und wurde unter Filmrezensionen, Inside Festival abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen.

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