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Nicht zuviel an die Zukunft denken - “Melihas dritte Hochzeit”

Melihas dritte HochzeitWährend der Dreharbeiten zu “Überall, nur nicht hier” lernte Regisseurin Tamara Milosovic Meliha, die Protagonistin des dokumentarischen Kurzfilms “Melihas dritte Hochzeit”, in Serbien kennen. Aufgefallen ist ihr Meliha, weil sie so eine unglaubliche Energie hatte, und so beschloss sie, einen Film über Melihas Leben zu drehen. Der 30-minütige Film wurde für die Sendereihe “Mädchengeschichten” bei 3sat produziert. Meliha ist 17 Jahre alt und hat bereits zwei Ehen hinter sich, im Film heiratet sie nun ein drittes Mal.

Melihas Heiligtum ist ihr rotes Handy, sie liebt alles rund um Nagellack, Schminke und Haarspray. Um dem dauernden Streit mit den Cousinen, den Gerüchten, die die Cousinen verbreiteten, und der Schelte ihrer Eltern zu entgehen, ist Meliha jedes Mittel recht: Sie beschließt, den Erstbesten zu heiraten, der sie fragt, ob sie ihn liebe. Mit 17 heiratet sie ihren dritten Ehemann, Senid – und hofft, mit ihm nun endlich glücklich zu werden.

Dokumentarisch wird das einfache Leben der beiden dargestellt, die Pflichten, die Meliha als Ehefrau zu erfüllen hat, und wie sehr sie sich im Grunde wünscht, mit ihren Freundinnen um die Häuser zu ziehen. Dies allerdings erlaubt Senid nicht, und sie gehorcht. Melihas dringendster Wunsch ist ein Baby: Sie hofft, mit einem Baby endlich eine Aufgabe zu haben und nicht mehr so eine Langeweile zu verspüren, wenn sie tagsüber alleine ist, während Senid arbeitet.

Der Film “Melihas dritte Hochzeit” ist ein spannender Dokumentarfilm, der auf eindrucksvolle Weise das Leben einer 17-Jährigen zeigt, die beispielsweise glaubt, dass in der Stadt lebende Menschen nicht arbeiten müssen. Auf ihre naive Weise lebt sie ihr Leben getreu nach dem Motto: “Denke nicht zu viel an die Zukunft, denn die kommt sowieso früher oder später.”

Wer diesen Film verpasst hat, hat heute noch die Möglichkeit, sich ihn in der Videolounge in der artothek anzuschauen oder online unter www.3sat.de.

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Der Beitrag wurde am Sonntag, den 18. April 2010 um 12:04 Uhr veröffentlicht und wurde unter Filmrezensionen abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen.

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