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Die Preisträgerinnen des Internationalen Frauenfilmfestivals Dortmund|Köln 2010

0744Am Sonntagabend ist das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund|Köln zu Ende gegangen. Bei der Preisverleihung im Filmforum NRW führten Festivalleiterin Silke J. Räbiger und Sonja Hofmann, Kuratorin des Regie-Wettbewerbs, durch den Abend und konnten drei herausragende Wettbewerbsbeiträge auszeichnen: Der mit 10.000 € dotierte Preis für das beste Spielfilm-Debüt ging an Susanna Nicchiarellis Film Cosmonauta. Den mit 1.000 € dotierten, von der Zeitschrift CHOICES gespendeten Publikumspreis erhielten Susan Muska und Gréta Oláfsdóttir für ihre Dokumentation Edie & Thea. Susan Deraspes Debüt Les Signes Viteaux erhielt eine lobende Erwähnung der Jury.

Auch bei der Preisverleihung waren die Auswirkungen des eingeschränkten Flugverkehrs zu spüren. So mussten Silke J. Räbiger und Sonja Hofmann für die ursprünglich vorgesehene Moderatorin des Abends, Heike-Melba Fendel, einspringen. Die Beiden führten das Publikum souverän durch den Abend und wurden dabei von der anwesenden Jury und der Kölner Bürgermeisterin Angela Spizig unterstützt. Die Regisseurin Susanna Nicchiarelli konnte den Preis aufgrund der Flugbeschränkungen nicht persönlich entgegen nehmen und ließ ihre Dankesrede von der  Journalistin Luciana Cagliotti (WDR Funkhaus Europa) verlesen.

“Sehr hohes Niveau der diesjährigen Filmbeiträge”

9417Spizig betonte zu Beginn der Veranstaltung die Notwendigkeit eines Frauenfilmfestivals: Die Tatsache, dass im aktuellen Wettbewerb des Filmfestivals in Cannes von 36 Filmen nur einer von einer Frau stamme, dieser zudem in einer Unterkategorie laufe, mache die Notwendigkeit eines Festivals für Filme von Frauen mehr als deutlich. Spizig dankte den Veranstalterinnen für ein tolles Programm 2010 mit herausragenden Filmen und einem insgesamt sehr hohen Niveau der Film-Beiträge.

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Mit Cosmonauta gewann dieses Jahr eine leidenschaftliche Coming-of-Age-Komödie, die im Italien der 60er Jahre spielt, den Regie-Preis. Die Jury lobte in ihrer Begründung den „tiefsinnigen Humor“ des Werks und „den liebevollen Blick auf seine Hauptfigur“, die 15-jährige Luciana, eine glühende Verehrerin der russischen Raumfahrt. Cosmonauta konnte an diesem Abend gleich zwei Preise einheimsen, er gewann zeitgleich auf dem Filmfestival im italienischen Lecce.

“Hohe Publikumsresonanz”

0475Mit Edie & Thea gewann eine Dokumentation über ein lesbisches Pärchen den Publikumspreis. Der Film dokumentiert die Erzählungen der beiden nahezu 80-jährigen Frauen im Rückblick auf ihr aufregendes Leben vor allem anhand zahlreicher Fotografien. Parallel dazu erzählt er von  der späten Hochzeit in Kanada. Edie und Thea lernten sich noch in einer Zeit kennen und lieben, in der die Gesellschaft harsch auf Homosexualität reagierte und ein Coming-Out empfindliche Auswirkungen auf Beruf und soziales Umfeld haben konnte. Umso mehr rührte die Zuschauer die starke Bindung und bedingungslose Liebe zwischen den beiden, die über Jahrzehnte und  allen Widrigkeiten zum Trotz (Thea ist seit Jahrzehnten an den Rollstuhl gefesselt), gehalten hat. Die beiden Regisseurinnen des Films Susan Muska und Gréta Oláfsdóttir dankten dem Publikum für die Wahl, Gréta Oláfsdóttir dankte speziell ihrem Heimatland Island für die Naturgewalt, die ihnen nun noch einige schöne Tage in Köln bescheren werde.

0734“Ein tolles Programm mit herausragenden Filmen”

Die Jury-Mitglieder Barbara Albert (Regisseurin & Produzentin, Österreich), Dr. Jessica Eisermann (WDR / Einsfestival) und Mirjana Karanovic (Schauspielerin, Serbien)  resümierten den schwierigen  Entscheidungsprozess, der schließlich zum Preisträgerfilm geführt habe: Der Wahl seien viele „konstruktive und schöne Diskussionen“ vorausgegangen.

Nach dem Festival ist vor dem Festival: Das IFFF Dortmund|Köln 2011 wird voraussichtlich  im April 2011 in Dortmund stattfinden.

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Der Beitrag wurde am Montag, den 19. April 2010 um 14:43 Uhr veröffentlicht und wurde unter Inside Festival abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen.

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